In den Zentralregionen von Kugelsternhaufen finden sich sehr heiße, blaue Sterne die sich im Farben-Helligkeits-Diagramm von Kugelsternhaufen an einer ungewöhnlichen Position befinden. Da sich heiße Sterne schneller von der Hauptreihe entfernen als kühlere zeigt das Diagramm ein charakteristisches "Knie".
Die Blue Stragglers befinden sich oberhalb dieses "Knies" und sind scheinbar jünger als die die anderen Sterne des Haufens. Dies steht im Widerspruch dazu dass alle Sterne eines Haufens etwa gleich alt sind.
1992 leitete M. Tavani eine Theorie ab: er beobachtete sog. Millisekundenpulsare, alte Pulsare bei denen das Magnetfeld nahezu verschwundes ist aber durch Akkretion von Material von umlaufenden Begleitern durch die Übertragung des Drehmomentes wieder beschleunigt werden.
Der Pulsar strahlt eine große Menge von hochenergetischen Teilchen aus die auf den Begleitstern treffen und die Oberfläche zum Verdampfen bringen. Dadurch werden die Oberflächentemperatur und die Helligkeit des Begleiters so weit gesteigert dass der Stern im Farben-Helligkeits-Diagramm als Blue Straggler erscheint. Der Pulsarnebel PSR 1957+20 ist z.B. aus verdampfter Materie entstanden.
Zur Beobachtung eignen sich besonders die zehn-Millisekunden-Pulsare, in den Kugelsternhaufen NGC 6397 und 47 Tucanae sind jeweils zehn von ihnen bekannt.
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