Briefmarken verkaufen – kostenlose Wertermittlung für Philatelie

Wie wird der Wert von Briefmarken ermittelt?

Seit Jahrzehnten sammeln die Menschen in Deutschland leidenschaftlich gerne Briefmarken. In zahlreichen Nachlässen gibt es deshalb häufiger imposante Sammlungen mit mehr oder weniger wertvollen Briefmarken, die von den Erben dann verkauft werden. Aber wie lässt sich der Wert einschätzen und wie lassen sich die Marken bestmöglich verkaufen?

Der Wert lässt sich in folgenden Schritten ermitteln:

– Zunächst wird das Herkunftsland ermittelt.

– Anschließend wird das Ausgabejahr oder zumindest der ungefähre Zeitraum ermittelt.

– Gegebenenfalls muss das Wasserzeichen bestimmt werden.

– Eine wichtige Rolle spielt der Zustand der Marke.

– Ist die Marke gestempelt oder nicht?

– Unter anderem mit Hilfe von Katalogen lässt sich der Wert bestimmen.

Vorsicht vor Fehlern beim Verkauf

Wer in den Besitz eines Briefmarkenalbums gekommen ist – sei es, weil er den Dachboden entrümpelt oder er das Album geerbt hat – sollte dieses auf keinen Fall wegwerfen, sondern die Sammlung an einem trockenen Ort aufbewahren. Ein Laie kann den Wert nämlich in keinen Fall korrekt einschätzen, sondern muss sich erst einmal eingehend mit der Materie beschäftigen.

Keinesfalls sollte der neue Besitzer die Marken aus dem Album nehmen oder die Sammlung sortieren. Ebenso wenig sollte er Marken an Postkarten oder Briefen entfernen oder diese ausschneiden. Stattdessen sollte die Sammlung an einem lichtgeschützten und trockenen Ort gelagert werden.

Dadurch ist der Werterhalt der Marken gewährleistet. Denn schon eine kleine Beschädigung, etwa ein fehlendes Zähnchen, aber auch Knicke und Risse, können den Wert der Briefmarken erheblich mindern. Sind die Marken nach Themen sortiert, ist der Verkauf oft einfacher als der einzelner Marken. Und auch wenn die Marke samt zugehöriger Postkarte verkauft wird, bringt das möglicherweise mehr ein.

Den Wert der Schätze erkennen

Anhand verschiedener Kriterien lässt sich erkennen, wie professionell der vorherige Besitzer sein Hobby ausgeübt hat, daran lässt sich unter anderem erkennen, ob es sich wirklich um eine hochwertige Sammlung handelt. Der Preis für die Marke lässt sich allerdings nicht durch deren Alter, Zustand oder Qualität bestimmen. Folgende Merkmale sprechen für einen höheren Wert:

– Die Echtheit der Briefmarke ist durch ein Fotoattest, wie sie etwa der Briefmarkenprüfverband ausstellt, einen Befund oder ein Zertifikat bestätigt.

– Die Briefmarke befindet sich in einem sogenannten Vordruckalbum. Diese bestehen aus in Folienhüllen untergebrachten Einzelkartons, auf welchen alle Marken einer bestimmten Serie abgedruckt sind.

– Es gibt Rechnungen darüber, dass die Marken auf einer Auktion gekauft wurden.

– Wie umfangreich ist die Serie?

Darüber hinaus gibt es weitere Anzeichen dafür, dass die Briefmarken einen gewissen Wert haben könnten: Beispielsweise, wenn die Alben der Sammlung nach Ländern geordnet sind. Befinden sich in der Sammlung Marken mit einem glatten Rand, spricht das ebenfalls dafür, dass die Sammlung möglicherweise wertvoll sein könnte.

Welche Briefmarken sind besonders wertvoll?

Einige Briefmarken haben einen schier unglaublichen Wert. Besonders bekannt ist die blaue Mauritius, die in zwei verschiedenen Farbvarianten gedruckt wurde: Die 1 Penny orange und die 2 Penny blue. Ungestempelt haben beide Marken einen Handelswert von 700.000 Euro. Gestempelt ist die 1 Penny orange 300.000 Euro wert, die 2 Penny blue 500.000 Euro.

Einen noch höheren Wert hat die 1 Cent Benjamin Franklin, die anno 1867 ausgegeben wurde. Derzeit sind nur zwei Exemplare dieser Marke bekannt, die sich daran erkennen lassen, dass auf ihrer Rückseite eine Waffel eingestanzt ist. Geschätzt wird der Wert dieser Marke auf 2,5 Millionen Euro.

Die teuerste Briefmarke der Welt ist allerdings die achteckige British Guiana 1 Cent Magenta, von der nur ein einziges Exemplar existiert. Diese wurde letztmalig im Auktionshaus Sotheby´s am 17. Juni 2014 für einen Betrag von sieben Millionen Euro versteigert.

Zu den wertvollsten Marken zählen außerdem die 2 Cents blue aus 1851 und Hawaii mit einem Wert von 250.000 Euro, die Uganda Protektorat aus dem Jahr 1895 mit einem Wert von 150.000 Euro, die „Roter Merkur“ Zeitungsmarke 6 Kreuzer aus Österreich mit einem Wert von 35.000 Euro sowie die 1843 in der Schweiz ausgegebene Doppelgenf mit einem Wert von 16.000 Euro. Derartige Schätze dürften sich in einer durchschnittlichen Deutschen Sammlung wohl kaum verbergen. Jedoch gibt es auch in Deutschland Briefmarken mit einem großen Wertpotenzial.

So gilt die „Baden 9 Kreuzer schwarz auf blaugrün“, die 1851 ausgegeben wurde, als teuerste Briefmarke aus Deutschland. Der Grund: Es handelt sich um einen Fehldruck. Dargestellt werden sollte der Wert eigentlich in blaugrün, jedoch ist er in rosa auf der Marke zu sehen. Dadurch hat diese Marke einen Wert von etwa 1,5 Millionen Euro.

Den Wert der Marken beim Verkauf steigern

Wer versuchen möchte, den Wert seiner Briefmarkensammlung zu steigern, bevor er sie verkauft, sollte die Sammlung intensiv unter die Lupe nehmen. Möglicherweise befindet sich darunter ja eine Marke, die einen besonders hohen Wert hat, weil es sich um einen Fehldruck handelt. Folgende Kriterien können auf einen höheren Wert der Sammlung hinweisen:

– Marken mit einer seltenen Farbvariante

– größere Einheiten wie etwa ein Viererblock, erhöhen den Wert

– sogenannte Zusammendrucke, also integrierte Werbe- oder Zierfelder auf der Marke

– Marken, welche nach der Herstellung auf Rollen gewickelt wurden und im Album ein waagrechtes Paar bilden

– Marken, die einen Produktionsfehler haben

– sind Marken auf einem Briefstück, einer Postkarte oder einem Brief aufgeklebt, sind sie oft mehr Wert

– von welcher Art die Fraktatur auf dem Brief ist

– Markenränder mit einer speziellen Zähnung

– ungezahnte Varianten von normalerweise gezähnten Marken

Diese Kriterien sind wichtig, wenn der Besitzer die Sammlung selbst mit Hilfe eines Katalogs bewerten möchte. Fehlt etwa ein Buchstabe im Aufdruck, hat das möglicherweise einen positiven Einfluss auf den Wert.

Kann der Wert einer Briefmarke selbst bestimmt werden?

Wer den Wert einer Briefmarkensammlung aus dem Nachlass selbst bestimmen möchte, steht vor einer nicht zu unterschätzenden Herausforderung. Informationen und Hilfe finden sie durch die Michel Kataloge, aber auch in verschiedenen Briefmarken-Datenbanken.

Wichtig sind zunächst einmal das Ausgabeland und das Ausgabejahr, weil diese Informationen die Suche nach der jeweiligen Marke erheblich erleichtern. Ist kein Ausgabejahr aufgedruckt, lässt sich der Ausgabezeitraum durch den Poststempel zumindest eingrenzen.

In den Katalogen werden allerdings nur selten Echtpreise angegeben. Tatsächlich lassen sich beim Verkauf nur etwa zehn bis 25 Prozent des Katalogpreises erreichen. Besteht eine hohe Nachfrage nach einer bestimmten Briefmarke, kann der Verkaufspreis aber durchaus auch bis zu 50 Prozent des Katalogpreises betragen.

Der Briefmarkenverkauf über Online-Auktionen und andere Plattformen

Seit jeher haben professionelle Sammler Briefmarken gern bei Auktionen gehandelt. Mittlerweile gibt es auch verschiedene Online-Auktions-Plattformen, auf welchen Einsteiger erst einmal den Markt beobachten und feststellen können, welche Marken besonders gerne gehandelt werden.

Natürlich haben die Besitzer einer Briefmarkensammlung auch die Möglichkeit, ihre Sammlung über eine reine Verkaufsplattform wie etwa ebay zu verkaufen. Alternativ können sie sich aber auch an einen Händler wenden, der sich auf den Ankauf von Briefmarkensammlungen spezialisiert hat. Allerdings ist hier der Ertrag vermutlich niedriger, weil der Händler Wiederverkäufer ist und natürlich auch einen Gewinn machen möchte.

Auch Briefmarkenmessen bieten sich für den Verkauf an, wobei der Verkäufer in diesem Fall das notwendige Fachwissen mitbringen muss. Schließlich versuchen dort sowohl Händler als auch Sammler, begehrte Marken möglichst günstig zu kaufen. Allerdings sind auf größeren Messen auch diverse Auktionshäuser vertreten, bei welchen eine Bewertung der Sammlung möglich ist.